Home Tolli im Hexen-Internat


26. Flirt-Kamera

"So ein elender Betrüger!", riefen die vier Freundinnen hell empört. "Trau keinem mit Antennenhaaren", warnte Schnippi altklug. "Wenn er doch so schöne blaue Augen hat", bedauerte Belli zutiefst. Tolli empfand eine herbe Enttäuschung. Frosti meinte kühl: "Da muss schon ein anderer kommen, um uns hereinzulegen."
"Vielleicht schickt er gleich eine SMS", hoffte Tolli, "und es stellt sich heraus, was er eigentlich von uns will."
Mit ihrer Vermutung lag sie richtig. Keine halbe Stunde war verstrichen, da trafen vier Kurznachrichten ein, alle mit dem gleichen Inhalt. Verdutzt lasen die Mädchen: Hi, machst du mit bei der Flirtkamera der Zauberschule? Wenn ja, klicke im Intranet der Hexenschule das Teleskop Alpha Centauri der Sternwarte an! Tschau Athos
"Das darf doch nicht wahr sein! Der sucht nur neue Mitglieder für ein Spiel", stellte Frosti kopfschüttelnd fest.
"Was meint ihr? Machen wir mit?", fragte Schnippi eifrig. "Ja klar!" Tolli lachte übermütig. Ihre Freundin Belli musste erst noch dazu überredet werden. "Sieh an, der Typ heißt Athos", bemerkte Frosti mit Blick auf den Text.
Sie beschlossen, zunächst einmal einen Test zu starten, um herauszufinden, was hinter dem Angebot steckte. Da Frosti sich in der EDV am besten auskannte, übernahm sie diese Aufgabe. Sie wählte sich in das Intranet der Schule ein und suchte nach der Sternwarte, die sie bisher noch nie aufgerufen hatte.
"Da haben wir sie ja!", rief Frosti zufrieden. "Meint ihr, das bringt was?", fragte Schnippi verdutzt. "Wart's ab!", riet Frosti aufgeregt. "Fernrohr Alpha Centauri bringt uns weiter." Kaltblütig klickte sie sich durch das Menu, bis sie Bingo! rief und mit einem Doppelklick ihre Suche abschloss. Auf dem Bildschirm erschien nun die Programmauswahl von Fernrohr Alpha Centauri. Eine unauffällige Rubrik hieß Flirtkamera. Triumphierend blickte Frosti ihre Freundinnen an. "Da haben sie das Spiel versteckt. Wenn das die Hexe Pica wüsste, die würde voll ausrasten!" "Klick schon an!", verlangte Tolli ungeduldig.
"Aha!" Eine hauptsächlich rotfarbene Homepage erschien, sie nannte sich Zauberspiegel, wurde von Schülern der 3. Klasse der Zauberschule im Zitterwald herausgegeben und sie wurden aufgefordert, sich für ein cooles Schulspiel anzumelden.
"Soll ich?", fragte Frosti ihre Freundinnen. "Ja los!", wurde sie einstimmig angefeuert. Also füllte Frosti das Formular aus, dabei akzeptierte sie, ihren Schulnamen zu nennen, und schickte es ab. Die Antwort kam sofort. Es hieß, sie wäre nun unter ihrem Namen Frosti und dem folgenden Passwort angemeldet. Um bei der Flirt-Kamera mitmachen zu können, wäre es erforderlich, ein kleines Programm herunterzuladen. Das machte Frosti, wenn auch widerstrebend. Sie konnte sich nicht vorstellen, dass es klappte. Doch Irrtum! Die Zauberschüler hatten die Sicherheitsvorkehrungen der EDV-Hexe locker ausgetrickst. Zuerst prüfte Frosti die heruntergeladene Datei auf Viren. Ihr Virenscanner fand nichts Bösartiges. Daraufhin öffnete sie das Programm. Herzlichen Glückwunsch, du bist hiermit Mitglied, wurde angezeigt. Wir spielen immer morgens während des Unterrichts. Es darf kein Wort gesprochen werden, damit unsere Kontakte unbemerkt bleiben. Wähle den Hintergrund mit Hilfe des Programms aus. Alles weitere ergibt sich dann von selbst. Wichtig ist, ein Namensschild zu tragen. Viel Spaß!
"Die sind gut", meinte Frosti kritisch. "Was meint ihr? Machen wir wirklich mit?"
"Ja doch!", verlangte Tolli begeistert. Sie fand die Idee mit der Flirt-Kamera aufregend. Daraufhin meldeten sich Tolli, Belli und Schnippi ebenfalls an, installierten das kleine Hilfsprogramm auf ihrem Netbook und freuten sich auf den kommenden Morgen.
"Schreck lass nach, wir müssen endlich die Hausi machen!", jammerte Frosti. Wenig begeistert wandten sie sich ihren Hausaufgaben zu und beeilten sich, noch rechtzeitig fertig zu werden.



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